9. August 2018

FuPa.net: ETuS Gelsenkirchen freut sich auf die „Straßen-Derbys“

Bilal

Drei Jahre hat es gedauert, bis ETuS Gelsenkirchen die Rückkehr in die Kreisliga A2 perfekt machen konnte. Als Tabellenzweiter der Kreisliga B2 reichte es aber eher unverhofft zum Aufstieg. Doch gerade deswegen ist beim Klub aus dem Gelsenkirchener Süden die Vorfreude auf die neue Saison und besonders auf zwei Spiele außerordentlich groß.

Am 23. September wird es soweit sein: Der SV Union Neustadt trifft auf Aufsteiger ETuS Gelsenkirchen. Ein elektrisierendes „Straßen-Derby“ zwischen zwei Klubs, deren Sportanlagen gerade einmal drei Gehminuten voneinander entfernt liegen. „Das ist das absolute Lokalderby, wir gehen nur über die Straße und dann sind wir bei der anderen Anlage. In diesen Spielen möchte ich keine Punkte liegen lassen, denn man kennt sich untereinander“, erzählt Tim Zujevic, zweiter Geschäftsführer und Spieler von ETuS Gelsenkirchen. Seit der direkte Aufstieg durch den Rückzug von Firtinaspor II und dem damit verbundenen Entscheid des Fußballkreises in trockenen Tüchern war, fiebern die Eisenbahner dem Duell entgegen. „In den vergangenen Jahren war es eigentlich immer so, dass ETuS immer ein wenig vor Union stand. Zuletzt hat sich dies aber gedreht, denn Neustadt hatte ja im vorletzten Jahr glücklich den Aufstieg geschafft“, berichtet der Leistungsträger. „Das ist ein Spiel, in dem immer viel Brisanz drin ist – nicht im unfairen Sinne, aber da wird um jeden Grashalm gekämpft. Darauf freuen sich viele Jungs“.

Unverhoffter Austieg

Doch dass Zujevic und seine Kollegen in der kommenden Saison wieder im Kreisoberhaus kicken dürfen, war vor einem Jahr nicht unbedingt allgemein angenommen worden. Nachdem sich der Klub kurz vor dem Ende der vorletzten Saison von Trainer Michael Steinhüser getrennt hatte und daraufhin der Coach der zweiten Mannschaft in der Endphase dazugestoßen war, ging es zur Spielzeit 2017/18 erst einmal darum, ein eingespieltes Team aufzubauen. Zujevics Bruder Sascha verstärkte das Trainerteam. „Der ein oder andere hatte damals auch den Wunsch aufzusteigen, aber wir haben in der Hinrunde oft von den Fehlern der Konkurrenz profitiert“, meint Zujevic. Spätestens mit der Herbstmeisterschaft, die mit fünf Zählern Vorsprung eingetütet wurde, wurde der Blick aber doch gen Kreisliga A gerichtet. Die etwas schwächere Rückrunde mit Punktverlusten u.a. gegen den SSV/FCA Rotthausen II oder den VfL Resse 08 gefährdete dieses Ziel jedoch derart, dass ETuS am Ende nur als Zweiter hinter dem BV Horst-Süd einlief. „Diese Punkte haben uns im Schlussspurt der Saison gefehlt“, sagt Zujevic rückblickend.

Ärger über Reaktion auf Schiedsrichter-Attacke

Der negative Höhepunkt war schließlich das Spitzenspiel gegen den Meister aus Horst. Als es nach Abpfiff zu tätlichen Übergriffen auf den Schiedsrichter kam, fühlte sich der Verein in der Berichterstattung aber auch ungerecht behandelt: „Darüber wurde von den Medien viel sofort berichtet, ohne sich eine Meinung vom Verein einzuholen. Wir wurden da schnell in ein schlechtes Licht gerückt, obwohl unsere Spieler noch versucht haben, den Schiedsrichter zu schützen. Die beiden beteiligten Personen hatten auch nichts mit unserem Verein zu tun“, betont Zujevic.

Holprige Vorbereitung mit bösen Klatschen

Wenige Tage später folgte dann doch die frohe Botschaft, dass ETuS trotz Rang zwei ab dem 12. August wieder in der Kreisliga A kicken darf. Diese Freude erlitt in den vergangenen Wochen aber einige Dämpfer. Die von Verletzungen und urlaubsbedingten Ausfällen geschwächte Mannschaft verlor zum Auftakt der Vorbereitung mit 1:12 gegen den Bezirksliga-Absteiger BV Herne-Süd, danach folgten jedoch zwei gute Leistungen mit dem 3:0-Sieg beim FSV Sevinghausen und dem 5:1 gegen TuS Henrichenburg II. Die Generalprobe vor dem Saisonstart gegen die DJK TuS Rotthausen ging allerdings ordentlich daneben. 1:21 hieß es letztlich beim Bezirksligisten SpVgg Schonnebeck II. „Wir mussten wirklich in jedem Spiel auf Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen. In Schonnebeck waren auch zwei Jungs dabei, die aus der A-Jugend kommen. Wenn du dann gegen einen Bezirksligisten spielst, der voll im Saft steht und eine vernünftige Vorbereitung hatte, sieht es nicht so gut aus“, sagt Zujevic. „Wir hoffen, dass das jetzt ein bisschen besser wird, da zwei, drei Leute zurückkehren. Leider sind aber noch nicht alle wieder an Bord, das wird sicherlich noch bis zum zweiten, dritten Spieltag so bleiben“.

Doch ob die Eisenbahner selbst mit den Rückkehrern im Kreisoberhaus bestehen können? „Auf jeden Fall ja. Wir haben bereits in der abgelaufenen Spielzeit sehr gute Spieler gehabt, die auch noch eine Schüppe für die Kreisliga A drauflegen können. Wir haben drei, vier gute Akteure dazubekommen, die schon unter Beweis gestellt haben, dass sie kicken können. Wenn wir alle an Bord haben, sollten wir definitiv bestehen können“, unterstreicht der 30-Jährige.

Klassenerhalt das einzige Ziel

Aufgrund der personellen Situation hält Zujevic es auch für sinnvoll, erst einmal nur vom Klassenerhalt zu sprechen: „Wir hatten uns zwar eigentlich zum Ziel gesetzt, einen guten Mittelfeldplatz zu erreichen. Doch durch die Umstände ist das primäre Ziel der Klassenerhalt“. Auch die Vereinskonstellation muss beachtet werden: „ETuS ist noch nie eine Mannschaft gewesen, die nach dem Aufstieg in die A-Liga im oberen Mittelfeld eine große Rolle gespielt hat. Wir sind halt ein kleiner Verein, der sich in viele Sachen selbst finanzieren muss. Durch unseren Ascheplatz sind wir auch nicht der attraktivste Verein. Daher ist es schwer, Spieler zu verpflichten, die so zu einem Team zusammenwachsen, dass man mal oben angreifen kann“, erklärt er. „Erst wenn der Klassenerhalt geklappt hat, können wir uns in der Zukunft so aufstellen, dass man sich danach etwas besser als nur über den Abstiegsrängen einordnen kann“.

Eine Grundlage für den Klassenerhalt in der anstehenden Spielzeit dürften die Duelle gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf werden. „Die Spiele gegen Mannschaften, die weiter oben stehen, wie Preußen Sutum oder Adler Feldmark, sind zwar auch interessant, da wir dabei viel geben müssen, um zu bestehen. Aber diese Partien sind eher zweitrangig“, lautet Zujevics Einschätzung. Zu den wichtigen Aufeinandertreffen im Kampf um Punkt für den Klassenerhalt werden auch die beiden „Straßen-Derbys“ gegen Union Neustadt zählen. So ist also für doppelte Brisanz gesorgt.

Quelle: FuPa.net